Zum Finanzsystem

Mir wurde in meiner Kindheit und Jugend das Bild vermittelt, dass der Staat die Gewalt über unser Geld hat und dass der Staat über die Geldmenge bestimmt. Zudem hatte ich die Überzeugung, dass unser Geld einen gewissen Wert hat, der zumindest mit der Menge an Gold zu tun hat, über den der Staat verfügt.

Ich war auch davon ausgegangen, dass Banken nur das Geld verleihen können, das andere Menschen bei ihnen angelegt haben. Wer also mehr Geld hat, als er benötigt, kann dies zur Bank bringen und die macht dann Geschäfte damit, die zu einem Zuwachs des angelegten Geldes führen.

Auf diese Weise vermittelt die Bank beispielsweise zwischen den Menschen, die mehr Geld haben als sie brauchen und den Menschen, die weniger Geld haben als sie brauchen. So dachte ich…

Heute weiß ich, dem ist nicht so. Wir haben ein sogenanntes Fiat Money. Geld, das durch nichts gedeckt ist. Und wir haben ein Schuldgeldsystem, in dem Geld nicht durch den Staat geschöpft wird, sondern durch die Vergabe von Krediten der Geschäftsbanken.

Wer bei einer Bank einen Kredit bekommt, erhält also nicht das Geld derer, die bei der Bank ihr Geld angelegt haben, sondern die Bank erschafft dieses Geld durch den Kreditvertrag neu. Das Geld war vorher gar nicht vorhanden.

Banken brauchen in Europa lediglich 1% Reserve. Das heißt, wenn eine Bank 1.000 € Bargeld hat, kann sie Kredite über 100.000 € ausgeben.

Wo kommt dieses Geld her? Nun, es sind Zahlen im Computer, etwa soviel wert, wie die Zahlen auf meinem Computer die ich in eine Exceltabelle mit dem Namen „Mein Konto“ eintrage. Das Geld war vorher nicht da und wird nach der Rückzahlung wieder vernichtet.

Dabei handelt es sich um sogenanntes Buchgeld, das mit gesetzlichen Zahlungsmitteln nichts zu tun hat. Gesetzliche Zahlungsmittel sind Münzen und Geldscheine, aber kein Buchgeld. Münzen und Geldscheine machen nur etwa 5 % des Geldes aus, das im Umlauf ist.

Ist doch spannend, oder? Die Banken schöpfen bei der Kreditvergabe Geld aus dem Nichts, haben dabei keinerlei wirtschaftliches Risiko, weil es sich nur um Zahlen im Computer handelt, und verdienen reichlich Geld mit den Zinsen, die für den Kredit gezahlt werden müssen.

Tja, unser gesammtes Geldsystem funktioniert nicht, weil es sich dabei um etwas tatsächlich wertvolles handelt, sondern nur, weil wir Menschen daran glauben.

Vielleicht erscheint es im Hinblick auf das Wohl der Menschen auf dieser Erde als sinnvoll, über andere Finanzsysteme nachzudenken. Über Systeme, die dem Wohl der Menschen und nicht der Vermehrung von Vermögen dienen.

Zur Aufklärung:

Prof. Franz Hörmann und Dirk Müller bei Beckmann zum Thema Geldschöpfung:

Auf erheiternde Weise kurz erklärt, was Banken so machen:

Ein Beitrag von „Infaltionsschutzbrief.de“ zur Geldschöpfung und juritischen Herausforderungen:

Ken Jebsen (mir ist die veröffentlichte Meinung zu der Person gleichgültig) im Gespräch mit Prof. Franz Hörmann:

Ein ausführlicher Vortrag von Prof. Dr. Bernd Senf:

Hier ein Vortrag von Andreas Popp (Wissensmanufaktur.net):

Und es gibt noch viele weitere interessante Vorträge zu diesem Thema. Mach dir ein eigenes Bild…

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